Neues Blistersystem stärkt Arzneimittelsicherheit und entlastet Pflegekräfte

Vor wenigen Tagen wurden Patienten einer Pilotstation erstmals mit patientenindividuell verblisterten Medikamenten versorgt. Die Einführung der sogenannten Unit-Dose-Versorgung gilt deutschlandweit als wichtiger Schritt hin zu mehr Patienten- und Arzneimittelsicherheit.

Bei der patientenindividuellen Verblisterung werden die oralen Medikamente für jeden Patienten maschinell und tagesgenau in einzelne, eindeutig gekennzeichnete Tütchen verpackt. Jedes Tütchen enthält exakt die ärztlich verordneten Präparate. Für Anne Ignatius, Chefapothekerin des „paderlog“, Zentrum für Krankenhauslogistik und Klinische Pharmazie, markiert dieser Start einen entscheidenden Fortschritt: „Wir schaffen damit ein hohes Maß an Sicherheit für unsere Patienten. Risiken, die zuvor aus manuellen Arbeitsschritten resultierten, werden durch die automatisierte Verblisterung erheblich reduziert.“ Gerade im hektischen Stationsalltag sei ein Plus an Klarheit unverzichtbar. „Die Unit-Dose sorgt dafür, dass alle Beteiligten sofort erkennen, welches Medikament wann verabreicht werden soll – ohne Interpretationsspielraum.“

Mehr Zeit für professionelle Fürsorge


Die Pflegefachkräfte, die bislang täglich viel Zeit mit dem Zusammenstellen der Medikamente verbrachten, profitieren von dem System. „Das ist Zeit, die sie am Patientenbett investieren können und nicht am Medikamentenwagen“, sagt Unit-Dose Projektleiterin Mareike Glowik. Die Arbeit werde nicht nur schneller, sondern auch strukturierter. „Der Blick wird frei für das Wesentliche - die persönliche Zuwendung und die fachliche Betreuung der Patientinnen und Patienten“, so Glowik.

Die Krankenhausleitung unterstreicht die Bedeutung des Systems. Siegfried Rörig, Geschäftsführer des CKP: „Wir setzen mit der Unit-Dose auf ein Versorgungskonzept, das sich international bewährt hat. Die patientenindividuelle Verblisterung ist ein modernes Qualitätsinstrument. Sie schafft medizinische Präzision, minimiert Verwechslungen und verbessert die Dokumentation.“

Signal für moderne Krankenhausversorgung


Das System ist Teil einer umfassenderen Strategie zur Modernisierung klinischer Prozesse. „Wir investieren bewusst in innovative Strukturen, die unseren Patientinnen und Patienten zugutekommen. Die Unit-Dose ist ein Baustein auf dem Weg zu einer noch zuverlässigeren und transparenten Arzneimitteltherapie“, betont Chefapothekerin Ignatius.

In den kommenden Monaten sollen schrittweise weitere Stationen an das neue Verfahren angebunden werden. Die bisherigen Rückmeldungen aus Apotheke, Pflege und ärztlichem Dienst fallen durchweg positiv aus. Gemeinsam blicken die Verantwortlichen zuversichtlich auf die nächsten Schritte: „Wir sind überzeugt, dass das System zügig zur Routine wird und die stationäre Versorgung dauerhaft verbessert“, sagt Rörig.

Wie kommt die Tablette in die Tüte? Mit der Unit Dose. Apothekerin und Projektleiterin Mareike Glowik, Apotheker Antonius Vallee und Chefapothekerin Anne Ignatius (v.l.), alle vom „paderlog“, haben gemeinsam mit einem interprofessionellen Team die Einführung des modernen Versorgungssystems begleitet.
Wie kommt die Tablette in die Tüte? Mit der Unit Dose. Apothekerin und Projektleiterin Mareike Glowik, Apotheker Antonius Vallee und Chefapothekerin Anne Ignatius (v.l.), alle vom „paderlog“, haben gemeinsam mit einem interprofessionellen Team die Einführung des modernen Versorgungssystems begleitet.